Wie im letzten Arikel bereits erwähnt war die Anreise auf Boracay doch eher anstrengend. Nach unserem letzten Tag in Taipeh machten wir uns noch in der selben Nacht auf den Weg. Mit dem Bus zum Flughafen, mit dem Flieger über Manila nach Caticlan und mit der Fähre nach Boracay. Ein langer Weg mit viel Stress, vor allem mit den Flughäfen und der Airlines.
Aber bei der Ankunft am Flughafen in Boracay überkam mich dann wirklich das erste Mal dieses Gefühl weit weg von Zuhause zu sein - auf der anderen Seite der Welt. Das Flughafen-Terminal war so groß wie die Centro Bar, überall fuhren Tuk Tuks durch die Gegend und vor allem hatte es am Morgen bereits 21 Grad und es roch nach Meer. Die Palmen und das viele Grün um uns herum taten ihr Restiliches. Die Überfahrt auf die Insel hatte was Befreiendes an sich das Ziel endlich erreicht zu haben.
Von nun an war Entspannung angesagt. Die Woche in Taiwan hatte uns doch allen ziemlich zugesetzt, da wir sehr viel unternommen hatten und nichts verpassen wollten. Es mangelte bei allen deutlich an Schlaf. Da wir unsere Bungalows erst ab 14Uhr beziehen konnten, wir jedoch gegen 9Uhr die Insel erreichten, legten wir das Gepäck auf dem Gelände ab und machten es uns am White Beach gemütlich. Ob er wirklich so weiß ist? Ja! Laut Liste gehört er zu den 10 schönsten Stränden der Welt und dem kann man nur zustimmen.
Die ersten von uns schliefen relativ bald am Strand ein (darunter auch ich) und allgemein verlief der Tag verschlafen. Das Schöne an der ganzen Sache war: kein Programm! Jeder konnte tun und lassen was er wollte. Ob mit oder ohne der Gruppe, allein oder zu zweit, anstrengend oder entspannend. Ein gutes Gefühl. Auch mit den Zimmern waren wir sehr zufrieden. 5 von uns hatten zwei Zimmer in erster Reihe mit einer kleinen Terasse gemietet, auf der wir letztlich viel zusammen waren. Die Zimmer lagen nebeneinander, sodass wir einen größeren Bereich einnehmen konnten und zwei Tische hatten. Zwischen dieser Terasse und dem Meer lagen keine 20m.
Allgemein war dieser Aufenthalt geprägt von Essen, Chillen und Schlaf. Klar war bei knapp 0,50€/Kanne das eine oder andere Getränk im Spiel und auch den einen oder anderen Club haben wir nicht ausgelassen, aber im Großen und Ganzen wurde die meiste Zeit gelenzt und diskutiert (wie immer halt in unserer Gruppe). Boracay ist in meinen Augen eigentlich eine perfekte Urlaubsinsel. Auf der einen Seite ist es so touristisch, dass man als Europäer von den Einheimischen nicht sofort angestarrt wird (im Gegensatz zu Kaohsiung bspw.) und es ein sehr großes Angebot an Bars, Kneipen, Restaurants und Pubs gibt. Auf der anderen Seite ist es nicht ganz so überlaufen, die Preise sehr günstig und allgemein entspannt und freundlich. Zusammengefasst: eine touristische, aber schöne kleine Insel mit viel exotischen Flair!
Auch wenn der Schein auf den Fotos etwas trügen mag, hatten wir leider nicht immer das Beste Wetter. Es als schlecht zu bezeichnen wäre jedoch übertrieben. Es regnete ab und zu kurz (warme Sommerregen) und es war ab und zu bewölkt, aber immer warm mit lauem Sommerwind. Warum ich das schreibe? Tja, die fehlende Sonne machte dem Einen oder Anderen die Entscheidung leichter nicht am Strand herum zu liegen und sich stattdessen die Zeit anderweitig zu vertreiben und zwar mit: TAUCHEN! - was den Aufenthalt letztlich fast komplett ausfüllte. Aber vielleicht ein paar Worte mehr dazu.
Allgemein ist Boracay eine Taucherinsel. Es sind unheimlich viele Taucher unterwegs und es reiht sich eine Tauchschule neben der anderen ein. Nach ca. 24 Stunden Schlaf machte ich mich alleine auf den Weg, um mir mal ein Bild der Schulen zu machen und die Preislandschaft zu erkunden. Preislich waren sie alle gleich, aber ihre Nationalitäten waren unterschiedlich. Von einheimischen Schulen bis hin zu Franzosen und Koreanern war alles dabei. Am Sympatistischen war mir jedoch eine Art internationale Tauchschule: der Inhaber ein Schweizer und irgendein hohes Tier bei PADI, die Präsidentin aus Boracay, die Instructor aus UK, South Africa und den Philippinen, die teilweise und zeitweise während der Hauptsaison hier arbeiteten und dann in die Heimat zurückflogen. Und da diese Jungs die Einzigen waren, die mich nicht mit irgendwelchen dummen Sales-Sprüchen auf der Straße anmachten (die Sprüche kenne ich selbst nur zu Genüge und habe Zuhause ausreichend in de Schublade), sondern mich einfach nur anlächelten als ich vorbeiging, entschied ich mich reinzugehen und machte sofort einen Fun Dive für 1Std. Später klar. Ich war mit einem Master aus UK unterwegs. Es war sehr angenehm, dass ich der einzige Anmelder für den Fun Dive war, d.h. das Boot fuhr nur wegen mir und einen AOW Kurs, bestehend aus 2 Leuten, aufs Meer hinaus - auch sehr sympathisch. Der Dive an sich war aüßerst angenehm, auch wenn ich etwas nervös war, da ich lange nicht mehr im offenen Meer getaucht habe. Anschließend war jedoch klar: sollten wir weitere Tauchgänge machen, ist das der richtige Shop.
Während ich jedoch zu Wasser war, wachte der Rest der Gruppe auf und machte sich ebenfalls auf die Suche nach einem Dive Shop. Sie ließen sich von diesem Franzosen einfangen. Nicht, dass dieser nicht auch sehr nett gewesen wäre, aber irgendwas schmeckte mir an dem Laden nicht so ganz, vielleicht weil abends ein Deutscher an der Straße stand und "deutsche Tauchkurse" verkaufen wollte. Ja in solchen Momenten schiebe ich etwas Hass auf das eigene Land. Ich wollte bewusst keinen deutschen Instructor. Die deutsche Tauchschule in Thailand hat mir damals schon gereicht. Wie auch immer, nach ein paar meiner besten Sales-Sprüche ;) und einem Briefing mit Al (Aliston) aus Johannisburg, war die Gruppe von meinem getesteten Shop überzeugt und die Bilanz war sehr gut:
Brauer und ich entschieden unseren Advanced Open Water (AOW) Schein zu machen und Plane plante (Wortspiel) seinen Open Water. Der Rest (bis auf Moe - Asthma Probleme) schrieb sich für einen DSD (Schnuppertauchkurs) ein. Das Beste daran war, dass die Jungs aus den Dive Shop alles so arrangierten, dass beide Kurse und die DSD Leute gemeinsam zu einer Dive Side fahren konnten und wir alle, einschließlich Moe als Schnorchler, gemeinsam tauchen konnten. Dazu hatten die Jungs noch eine Unterwasser Kamera dabei - einfach Klasse.
Und das Resümee: alle waren hoch auf begeistert. Mit etwas gutem Zuspruch, Ermutigung (Maske abnehmen unter Wasser ist nichts Dramatisches) und dem unglaublichen Edwin - ein Philippiner aus Boracay, der unglaublich nett und herzlich ist und das Meer kennt wie kein Zweiter - konnte sich nachträglich auch Moni noch zu einer Anmeldung zum Open Water Schein entscheiden und diesen mit absoluter Begeisterung erfolgreich abschließen.
Und während die Taucher ihrem Hobby nachgingen erkundeten die Anderen die kleine Insel und fanden wunderschöne Plätze. Wenn man die Natur betrachtet ist das Land wirklich ein Juwel, jedoch darf man nicht wegsehen. Im Landesinneren, ab vom touristischen Strandfeeling, herrscht bittere Armut. Man sieht lediglich Wellblechhüttem und Slums. Gerade bei den tropischen Regenfällen ist das Landesinnere meist vollkommen überflutet und es stinkt nach Kloake. Am White Beach herrscht Partylaune. Man merkt nichts. Das ist schon irgendwie komisch, aber man kann es nicht ändern. Man muss auch berücksichtigen, dass die Leute diesen Tourismus hier als Wirtschaftsfaktor einfach brauchen und daher so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf das Landesinnere richten möchten. Das merkt man überdeutlich und das Motto lautet hier eben: "Sunshine Reggae und Pina Coladas". Naja, wie auch immer.
Heute ist unser letzter Tag auf Boracay. Ein Großteil der Truppe ist heute zum Areals Point gefahren - wohl einer der bekanntesten Plätze in dieser Inselregion. Dort kann man soweit ich weiß aus 6m, 9m und 18m Klippenspringen. Eine Touristentour eben, aber sicherlich gut. Ich habe mich entschieden nicht mitzukommen. Ich bin doch von den letzten 3 Tagen Tauchen ziemlich erledigt und möchte nochmal ausspannen, bevor die Reise weitergeht. Das nächste Ziel ist Macau - da muss ich absolut fit sein ;) ! Morgen teilt sich die Gruppe wieder einmal für die Reise auf. 5 von 9 reisen bereits morgens ab 10.30Uhr über Kalibo nach Manila, da dieser Flug etwas günstiger war. Der Rest von uns verlässt die Insel um 13.00Uhr - wieder über den Flughafen Caticlan. Wir treffen uns in Manila am Flughafen, von wo aus wir dann gemeinsam nach Macau weiterreisen.
Alles in allem kann man Boracay als Strand-Urlaubsziel durchaus empfehlen. Es ist eine wunderschöne Insel mit Flair, viel Angebot und man wird immer von dem Gefühl begleitet auf der anderen Seite der Welt zu sein, bei anderen Leuten, mit anderen Sitten und eigenen Geschichten. Ich glaube schon, dass ich irgendwann in meinem Leben nochmal hier herkommen werde, aber es wird sicherlich etwas dauern.
Mal sehen, jetzt versuche ich erstmal den letzten Tag noch zu genießen, auch wenn ich mir vorgenommen habe, heute wieder mal was für die Uni zu tun, die morgen in der Heimat ja offiziell wieder startet. Vielleicht berechne ich mal die bedingten Wahrscheinleichkeiten für alle möglichen Kimbinationen im Black Jack, um für den ersten Tag in Macau gut vorbereitet zu sein ;)!
Auf bald, Freunde!
Fotos: Nadiem von Heydebrand
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