Es ist doch eine Weile her seit ich den letzten Beitrag verfasst habe. Ja, die Zeit waren eben ein knappes Gut. Heute sitze schon wieder an meinem geliebten Schreibtisch. Und dennoch möchte ich meine "Notizen" und Gedanken zu den letzten Stationen noch einmal festhalten, um die "Reisedokumentation" zu vervollständigen. Man muss vielleicht einmal erwähnen, dass ich allgemein ja nur kurz beschreibe, was wir so getrieben haben. Details, nähere Beschreibungen und Klassiker (wir hatten 100te davon) muss man sich eben persönlich erzählen lassen. Soviel dazu.
Der letzte Tag auf Boracay verlief für Plane, Moni und mich ziemlich entspannend. Wir sonnten uns etwas und lagen am Strand herum. Der Rest war zum Areal's Point zum Klippenspringen gefahren. Da es aber alles andere als ein ruhiger sonniger Tag auf der Trauminsel war, kam die Truppe nach ziemlich rauen Seegang vollkommen durchnässt vom Ausflug zurück. Ein echte Odysee.
Nach einem entspannten Abend hieß es dann am nächsten morgen um 10.30Uhr "Bye Bye Boracay" für Reisegruppe 1, die Manila über Kalibo anflogen. Gruppe 2 blieb noch bis 13Uhr auf der Insel zurück und startete dann die Reise. Alles in allem verlief die Reise nach Macau ohne Probleme und wir fanden uns ins Manila relativ schnell wieder.
In Macau angekommen ging es bereits los. Wir hatten einen Pick-Up Service des Venetian Hotels in Anspruch genommen, um uns vom Flughafen abholen zu lassen. Von nun an waren wir umzingelt von Concierges und Bediensteten, die einem - für einen kleinen Obolus - jeden Wunsch erfüllten. Und wir genossen es. Nach einer Woche Strand, mit Salzwasserdusche und Sand im Bett war es - im Übrigen wie geplant - wirklich sehr entspannend diesen Luxus in Anspruch zu nehmen. Dazu kam, dass die wir für die beiden Royal Suites (kleinste Suite mit 70m²), die wir gebucht hatten ein kostenloses Upgrade erhielten, da sich IBM kurzfristig mit der kompletten Belegschaft eingebucht hatte und unsere Suites vergeben waren. Nun lebten wir alle 9, mit 3 Zimmern auf jeweils ca. 140m², ca. 3km Fußweg voneinander entfernt. Es ist schon unglaublich, wie groß dieser Laden ist und wie weit die Wege sein können. Die Lobby natürlich meilenweit voll mit Glückspielautomaten, Poker- und BlackJack-Tischen, Roulettes und vielen anderen Spielen, die man wohl nie verstehen wird - typisch Asien eben.
Wir liesen es am ersten Abend dann doch noch richtig krachen und manche von uns waren froh am nächsten Morgen (nach einem kleinen Power-Nap) nicht Haus und Hof verzockt zu haben. Wir starteten am frühen Nachmittag direkt in die Innenstadt Macaus, um uns vom portugiesischen Flair überzeugen zu lassen - und man muss zugeben: es ist wirklich schön. Die Gassen klein und eng und die Fassaden in südeuopäischen Stil - beeindruckend.
Wir marschierten auf die Burg hinauf, von wo aus man einen schönen Blick über Stadt hatte. Von hier aus konnte man sich ein besseres Bild von der Stadt machen und mir wurde bei längerer Betrachtung klar: "Es ist doch alles etwas mehr Schein als Sein". Warum? Man sieht tolle Hotels und schöne Gebäude, die der Stadt eine moderne Skyline verpassen, aber bei genauerer Betrachtung findet man zwischen drin, heruntergekommene Häuser und Straßen. Zwischen portugiesischem Flair und dem vielen Luxus lebt die Armut und hält sich fest. Ich habe versucht diesen Eindruck einmal festzuhalten:
Fassade an der Straße:
Und so sieht's in der Seitenstraße aus:
Die Premium Rooms vor dem Grand Lisboa:
Ja, wir besuchten das Grand Lisboa und verbrachten alle noch etwas Zeit an den Black Jack Tischen dort bevor wir mit dem Taxi wieder zurück ins Venetian fuhren. Der Plan für den Abend stand bereits: kurz in die hoteleigene heiße Quelle im Poolbereich auf ein Bierchen und anschließend besuchte ein Teil von uns den "Cirque Soleil", der ebenfalls im hoteleigenen Musical auftrat. Eine tolle Aufführung, jedoch für den Einen oder Anderen von uns doch eine "Bleib Wach" Herausforderung.
Der hiesige Abend verlief eher ruhig. Wir waren alle noch etwas angeschlagen von der Vornacht. Ich ging mit Moni, Brauer und Plane noch zum Italiener zum Abendessen am Markusplatz (im Venetian) und anschließend noch etwas zum Roulette zocken, bevor Moni und ich uns gegen 01.30Uhr ins Zimmer zurückzogen und packten. Am nächsten Tag ging es für uns morgens los nach Shenzhen. Moe und Brauer hatten entschieden Shenzhen zu skippen und einen Tag in Macau zu verlängern. Der Plan war sie in 36Std. in Hong Kong wieder anzutreffen.
Shenzhen selbst ist eine beeindruckende Stadt. Nicht weil sie soviel Touristisches zu bieten hätte oder kulturell besonders ist - nein. Das Beeindruckende an Shenzhen ist diese Ausstrahlung. 1979 zählte Shenzhen ca. 30.000 Einwohner - heute über 12 Mio.! Die Stadt ist nigelnagelneu und man sieht dort nur junge Menschen, die ihr Glück in der aufstrebenden Metropole suchen. Wir stellen uns einfach mal kurz vor, dass unser schönes Pfaffenhofen innerhalb von 40 Jahren von 25.000 auf über 10Mio anwachsen würde. Schon der Gedanke ist erschreckend.
Moni und ich trafen dort den Agenten unserer Firma (Nepata Vertrieb GmbH), der für uns schon seit Jahren die Geschäfte betreute. Es war sehr gut, sowohl für Moni als auch mich, ihn einmal persönlich kennen zu lernen, um besser zu verstehen, wie unsere Geschäfte in China verlaufen, und natürlich gleichzeitig auch unsere einzige Chance, überhaupt in Rot-China unterwegs zu sein, denn Englisch ist dort kaum vorhanden. David führte uns zu schönen Stellen der Stadt und stellte uns vor kulinarische Herausforderungen, die es aber zu überwinden galt.
Wir verbrachten die Nacht dort in einem sehr angenehmen Hotel und nach dem klassischen chinesischen "Morning-Tea" am nächsten Morgen brachte uns David an den Checkpoint - die Grenze zwischen China und Hong Kong. Nach einer eher anstrengenden Einreise, verbunden mit langem Anstehen und Wartezeit, hatten wir auf Hong Konger Seite etwas Glück von einem chinesischen Passanten angesprochen zu werden, der anscheinend deutlich in unseren Gesichtern lesen konnte, dass Moni und ich eher verloren schienen. Denn wir konnten sowohl die Busgesellschaft als auch die Buslinie nicht finden, die David uns aufgeschrieben hatte. Der freundliche Passant, der übrigens absoluter Deutschland-Fan war (er hatte Deutschland schon oft bereist und konnte gar nicht genug davon erzählen), musste zufälligerweise fast an die gleiche Richtung wie wir - Hong Kong Innenstadt eben - und begleitete uns auf dieser Überfahrt von ca. 60min.
Die Anderen hatten nach einer eher kurzen Nacht die Fähre morgens gegen 11Uhr genommen, um nach Hong Kong rüber zu reisen. Der Eine übernächtig und erschlagen, wurden Andere von der Seekrankheit verfolgt. Übel, Übel... Aber naja, nach ihrer Ankunft ruhten sich die meisten erstmal aus - falls das überhaupt möglich war. Denn von 140m² Venetian waren wir nun auf 4m² in die Chungking Masions umgezogen (http://de.wikipedia.org/wiki/Chungking_Mansions). Eins kann man wirklich behaupten: das ist ein Erlebnis.
Aber nun genug erstmal. Ich werde zu Hong Kong nochmal einen eignen Artikel verfassen und möchte nun nicht zu viel davon vorwegnehmen. Alles in allem war Macau eine Reise wert und wer daran zweifelt es einmal zu besuchen? Mein Tipp: auf keinen Fall zweifeln - einfach hin!
Fotos: Nadiem von Heydebrand